10.12.09 08:42
Gutenberg und die Erfindung des Buchdrucks größte Sternstunde der Deutschen
ZDF-Fernsehzuschauer wählen Gutenberg
Mainz (ah). Johannes Gutenberg und seine Erfindung des Buchdrucks wurden am Abend des 7.12.2009 von den Zuschauern des ZDFs zur größten Sternstunde der Deutschen gewählt. Platz zwei belegte die Deutsche Einheit vom 3. Oktober 1990 und Platz drei der Fall der DDR-Grenzmauer vom 10. November 1989. Der Besuch des amerikanischen Präsidenten J.F. Kennedy in Berlin 1963 landete auf Platz vier.
Nach Informationen des ZDF wählten 35% der Zuschauer und Onlineuser die Erfindung des Buchdrucks auf den ersten Platz. Der Mainzer Patriziersohn, Johannes Gutenberg, hatte um 1455 in seiner Werkstatt in Mainz den Buchdruck perfektioniert. „Dieses Ergebnis zeigt“, so die Direktorin des Gutenberg-Museums Dr. Eva-Maria Hanebutt-Benz, „wie viel Bedeutung und Wertschätzung die Bundesbürger dieser Erfindung beimessen“.
Der Buchdruck ermöglichte dank der deutlich günstigeren Herstellungskosten die Alphabetisierung breiterer Teile der Gesellschaft und ermöglichte in der Folge die zunehmende Partizipation der Bevölkerung am gesellschaftlichen und politischen Leben und darf deshalb auch als Sternstunde des modernen Individuums gesehen werden. Reformation und die humanistische Bildungsbewegung der Frühen Neuzeit wären zudem ohne Buchdruck nicht denkbar gewesen.
Erst die hohen Auflagenzahlen des Buchdrucks konnten dazu führen, dass uns heute noch so zahlreiche Dokumente aus früheren Epochen erhalten geblieben sind. Der Buchdruck ermöglichte damit ein Gedächtnis der Menschheit. Erst damit ist uns die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit und die Vorbereitung auf die Zukunft möglicht.
Im Gutenberg-Museum in Mainz werden seit seiner Gründung durch Mainzer Bürger im Jahr 1900 die Erfindungen Johannes Gutenbergs dargestellt. Anhand der Vermittlung der technischen Abläufe des Buchdrucks durch tägliche Druckvorführungen, der Präsentation der wichtigsten Drucke aus fünf Jahrhunderten und allen Kontinenten, die den technischen Fortschritt anschaulich illustrieren, aber auch durch Sonderausstellungen zu zeitgenössichen Druck-, Grafik- und Einbandkünstlern kann der Besucher die Tragweite dieser medientechnischen Revolution nachvollziehen, die um 1455 in Mainz ihren Anfang nahm. Text: André Horch
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